So lauten die begrenzenden Kapitel meines Debüt-Romans Serendipity – in genau der Reihenfolge. Dennoch kann dieser häufig zitierte Spruch auch zum Fluch werden.
Die Freude über die Fertigstellung meines ersten Buches wich schnell einer Blockade, mit der Arbeit an der Fortsetzung zu beginnen. Einfach dran zu bleiben. Nicht den Rhythmus zu verlieren. Auch wenn ich in dieser Zeit nicht untätig war und sowohl an meiner Bewerbung für Serendipity, als auch am Plot für Band 2 gefeilt habe, scheute ich mich monatelang davor, wieder los zu schreiben. Mein in mir lebendes Faultier konfrontierte mich unentwegt mit der Frage: »Soll das jetzt echt von vorn anfangen?«
Und so schob ich es Tag für Tag vor mir her. Suchte konsequent nach Ausflüchten, erst morgen loszulegen – aber dann wirklich! Stattdessen las ich Bücher und beruhigte mich damit, dass lesen ja auch bildet. Zog mir eine Serie nach der anderen rein und redete mir ein, dass die Inspirationen Gold wert wären. Produzierte einen neuen Elektronik-Mix und verkaufte ihn mir selbst als grandiose Soundkulisse für mein baldiges Schreiben. Traf mich häufiger mit Freunden, da soziale Kontakte ja der Einsamkeit eines Autors entgegen wirken sollen. Kümmerte mich um das in unserer Obhut überwinterte Igeljunge namens Basement (wir fanden ihn quasi in Überraschungsei-Größe vor unserem Keller), denn Gutes erfährt nur, wer Gutes tut. Ich … ach Schluss jetzt! Ich könnte derlei Beispiele noch zahlreiche bringen, da meine Skills im Selbstbelügen wahrhaft meisterlich sind.
Zum Frühlingsanfang, der jedes Jahr auf den Geburtstag meines Töchterleins Feline fällt (bereits ihr 16. – Wahnsinn), gab ich mir den alles entscheidenden Ruck, schubste Bedenken und Ausreden in die Kammer meines Faultiers, startete Papyrus und legte los.

Und erst da wurde mir bewusst, wie sehr ich es vermisst habe. In meine Welt, nach Old Sendina und ins Moriet-Haus zurückzukehren, fühlte sich so vertraut, so richtig an, dass mir das Herz aufging. Auch wenn Tyler & Jewel (die Protagonisten meiner Romanreihe) ihren Ärger über die Vernachlässigung kaum verbergen konnten und mir zwischen den Zeilen mehr als böse Blicke zuwarfen, haben wir uns mittlerweile ausgesprochen. Mir wurde verziehen. Obwohl ich mich partout weigerte, ihnen im nächsten Buch weniger Scherereien zu machen. Aber so ist das mit den Autoren – den Puppenspielern ihrer Geschichten. Eigentlich wollen wir für unsere Hauptfiguren nur das Beste, tunken sie jedoch kopfunter von einer Gemeinheit in die Nächste. Was läuft nur falsch bei uns?
Mittlerweile sind das bedeutsame erste Kapitel sowie drei weitere in ihrer Rohfassung geschrieben. In Gedanken ploppen immer häufiger Ideen, Szenen und Dialogfetzen auf, die ich sofort auf Papier oder im Handy festhalten muss, bevor sie mir entgleiten. Lose Handlungsfäden verweben sich. Der Flow kehrt zurück. Die Magie des Schreibens stellt sich wieder ein.
Und genau das macht mich glücklich.